Goldpreis in beeindruckender Verfassung
27. August 2026
Der Goldpreis zeigt sich im August in beeindruckender Verfassung: Mit einem Plus von fast 14 Prozent (Stand 27.08.26) steuert das Edelmetall auf den höchsten Monatsgewinn seit 1999 zu, als es dank des damaligen Zentralbankabkommens zur Begrenzung von Goldkäufen um 13,7 Prozent zulegte. Gleich mehrere Entwicklungen sorgten dafür, dass dem Goldpreis im August ein eindrucksvolles Comeback gelang: Turbulenzen an den Anleihemärkten, eine deutlich anziehende Nachfrage bei Gold-ETFs sowie wachsender Optimismus unter Edelmetallanalysten.
Schuldentragfähigkeit auf lange Sicht gefährdet
Im Zentrum des Geschehens stand die US-Staatsverschuldung, die erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritt – innerhalb von nur fünf Monaten kam eine weitere Billion hinzu. Ursache sind anhaltend hohe Haushaltsdefizite und steigende Zinskosten, die inzwischen mehr als eine Billion Dollar jährlich verschlingen.
In dieses Umfeld fiel die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Anleiherückkäufe zu verdoppeln, um die Märkte zu beruhigen. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben daraufhin leicht nach. Sinkende Anleiherenditen reduzieren die Opportunitätskosten von Gold (-> Zinsvericht), was die Nachfrage nach dem Edelmetall zusätzlich beflügelte. Marktbeobachter werteten den Schritt zudem als Hinweis auf ein tendenziell labiles Finanzsystem und investierten deshalb verstärkt in den „sicheren Hafen Gold“.
Auch Star-Investor Ray Dalio meldete sich im August zu Wort und warnte vor einer möglichen US-Schuldenkrise innerhalb der nächsten drei Jahre. Er empfahl Anlegern, den Anleiheanteil im Portfolio zu reduzieren und stattdessen verstärkt auf knappe Vermögenswerte zu setzen – konkret riet er zu einer Goldquote von 10 bis 15 Prozent, ergänzt um eine kleinere Bitcoin-Position.

Entwicklung der US-Staatsschulden in den vergangenen zehn Jahren
Quelle: TradingEconomics.com
Starkes Comeback bei der ETF-Nachfrage
Nach einer verhaltenen ersten Jahreshälfte kehrte im Sommer bei Gold-ETFs eine massive Kauflaune zurück. Laut World Gold Council flossen allein in den ersten drei Augustwochen 92,8 Tonnen in physisch besicherte Gold-ETFs – nach 23,5 Tonnen Zufluss im Juli und Goldabflüssen von 76,8 Tonnen im Juni. Diese Trendwende unterstreicht die deutlich verbesserte Anlegerstimmung.
Auch aktuelle 13F-Meldungen zum SPDR Gold Shares, dem weltgrößten physisch besicherten Gold-ETF, bestätigen dies: Im zweiten Quartal 2026 stieg Morgan Stanley mit knapp 10,75 Millionen Anteilen neu ein und wurde auf Anhieb zweitgrößter Anteilseigner hinter der Bank of America (11,02 Millionen Anteile). Auch die Bank of Montreal, die Mizuho Bank und die Bank of Korea bauten neue Positionen auf, während UBS und Citigroup ihre Bestände ausweiteten. Zwar reduzierten einzelne Häuser wie JPMorgan, Barclays und Goldman Sachs ihre Positionen, unter dem Strich stieg die Gesamtzahl der gemeldeten Anteile jedoch von 126,3 auf 131,2 Millionen – ein Zeichen dafür, dass institutionelle Anleger die zwischenzeitliche Preisschwäche als Kaufgelegenheit nutzten.
Fazit:
Der Goldpreis scheint das Schlimmste überstanden zu haben. Nach dem Minus von über sieben Prozent im ersten Halbjahr, sieht die Finanzwelt die gestiegenen Zinsen nicht mehr als Risiko, sondern als Kaufargument für Gold. Schuldenberge, Haushaltsdefizite und hohe Inflationsraten sprechen eine eindeutige Sprache. Als Krisen, Vermögens- und Inflationsschutz dürfte das gelbe Edelmetall daher auch in Zukunft hohes Ansehen genießen.

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