Goldpreis: Kursziel von 8.900 Dollar bis 2030 prognostiziert

28. Mai 2026

Der Goldpreis verzeichnete im Mai zwar den dritten Monatsverlust in Folge. Aktuell beläuft sich das Minus auf rund fünf Prozent (Stand: 28.05.26). Goldbesitzer sollten sich davon allerdings nicht zu sehr verunsichern lassen.

Im Mai wurde die 20. Ausgabe des In Gold We Trust-Report der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG veröffentlicht. Sie gilt seit Jahren als wichtiges Referenzwerk für Goldanleger weltweit. Seit der ersten Ausgabe 2007 haben sich die zentralen Thesen der Autoren Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek eindrucksvoll bestätigt: Der Goldpreis hat sich seither fast versiebenfacht (siehe Chart), und viele Entwicklungen, die im Report frühzeitig thematisiert wurden – von der finanziellen Repression über die De-Dollarisierung bis hin zur Renaissance der Goldkäufe durch Zentralbanken – sind längst Mainstream-Themen geworden. Ihr konservatives Goldpreisziel von 4.800 Dollar, das die Autoren bereits 2020 für das Ende der Dekade ausgegeben hatten, wurde bereits 2026 erreicht.

Kein Ende des Bullenmarktes in Sicht

In der aktuellen Jubiläumsausgabe mit dem Titel „Back to the Monetary Futurekommen Stöferle und Valek zu dem Schluss, dass der Goldmarkt trotz der starken Preisentwicklung noch keine Blasenbildung zeigt. Gemäß der Dow-Theorie befinde sich Gold derzeit in der sogenannten Public-Participation-Phase – der dynamischsten, aber noch nicht finalen Phase eines langfristigen Bullenmarktes. Die breite Masse der westlichen Privatanleger ist nach Einschätzung der Autoren noch kaum investiert. Das nächste Kursziel für Ende 2030 liegt nun beim inflationären Szenario von 8.900 Dollar.

Ergebnisse der LBMA-Umfrage seit 2010

So entwickelte sich der Goldpreis seit der ersten Ausgabe des „In Gold We Trust“-Report

Quelle: goldprice.org

Inflations- und Zinssorgen bremsen Inflationsschutz Gold

Der Goldhandel stand im Mai wieder einmal ganz im Zeichen von wachsenden Inflations- und Zinssorgen. Die jährlichen Teuerungsraten fielen auf beiden Seiten des Atlantiks im April höher aus als von Analysten erwartet: In Deutschland lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent, in der Eurozone bei 3,0 Prozent und in den USA sogar bei 3,8 Prozent. Gleichzeitig zogen der Dollar und die amerikanischen Anleiherenditen spürbar an – beides klassische Gegenwindfaktoren für Gold, da steigende Zinsen durch den erforderlichen Verzicht auf Erträge das zinslose Edelmetall vergleichsweise unattraktiver machen.

Was auf den ersten Blick wie eine attraktive Rendite am Anleihemarkt aussieht, birgt jedoch erhebliche Risiken. Denn hohe Zinsen belasten gleichzeitig die Schuldentragfähigkeit von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten. In der Finanzwelt gilt: Wer höhere Renditen wahrnehmen möchte, geht in der Regel auch höhere Risiken ein. Ein besonders deutliches Warnsignal liefern derzeit die USA: Die amerikanische Regierung gibt mittlerweile mehr Geld für Zinszahlungen auf ihre Staatsschulden in Höhe von 39 Billionen Dollar aus als für das gesamte Verteidigungsbudget. Außerdem entspricht der Schuldenberg mittlerweile 123 Prozent des Bruttosozialprodukts. Dies alles zeigt, wie stark sich die Schuldenspirale bereits dreht – und warum viele Anleger Gold als stabilen Gegenpol zu einem zunehmend fragilen Finanzsystem betrachten sollten.

Tipp:

Wer noch mehr Argumente benötigt, die für Gold sprechen, kann den mehr als 450 Seiten starken „In Gold We Trust”-Report oder eine kürzere Kompaktversion unter www.ingoldwetrust.report kostenlos herunterladen.

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