Goldpreis vollzieht turbulente Achterbahnfahrt
26. Februar 2026
Die normalerweise dem Goldpreis attestierten Attribute „sicherer Hafen“ bzw. „Stabilitätsanker“ waren im Februar aufgrund von massiven Turbulenzen kurzzeitig außer Kraft gesetzt. Nach wenigen Tagen war der „Spuk“ allerdings wieder vorbei.
Kräftiger Rebound nach Kurssturz
Anfang des Monats hat der Goldpreis jedoch eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt und Anleger mit extremen Kursschwankungen stark verunsichert. Gleich am ersten Handelstag des Monats rutschte das Edelmetall deutlich ab und unterschritt sein Ende Januar markiertes Rekordhoch in der Spitze um fast 1.200 Dollar bzw. mehr als 21 Prozent. Parallel dazu schnellte der CBOE-Goldvolatilitätsindex (GVZ) auf ein Mehrjahreshoch von 46 Prozent nach oben, bevor er sich zuletzt wieder auf etwa 35 Prozent beruhigt hat.
Als wesentlicher Auslöser der Turbulenzen gilt das Anheben der Sicherheitsleistungen (Margins) an wichtigen Terminbörsen, was spekulative Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen und Positionsabbauten zwang. Begünstigt wurde der Abwärtsdruck durch eine zuvor charttechnisch stark überkaufte Marktlage, bei der „Stopp-Loss-Marken“ die Talfahrt beschleunigt hatten. Die Kombination aus technischer Überhitzung und höheren Margin-Anforderungen führte somit zu massiven Ausschlägen beim Goldpreis und einer spürbar erhöhten Volatilität, eine Kennzahl, die unter Anlegern vor allem als Risiko-Barometer interpretiert wird.
Goldpreis verliert in der Spitze über 20 Prozent in lediglich zwei Handelstagen
Quelle: TradingView.com
Erhöhte Volatilität
Quelle: cboe.com
Risiken und Unsicherheiten en masse
Im Februar 2026 wurde der Goldhandel durch neue geopolitische und handelspolitische Turbulenzen, ausgelöst durch US-Präsident Donald Trump, stark beeinflusst. So sorgte zum Beispiel das am 20. Februar verkündete Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, derzentrale von Donald Trump verhängte Zölle für rechtswidrig erklärte, für ein Comeback des Zollchaos. Teile der Maßnahmen wurden daraufhin gestoppt, doch Trump kündigte umgehend neue Importzölle auf anderer gesetzlicher Grundlage an, was zu einer verstärkten Flucht in den sicheren Hafen Gold führte.
Denn Zölle bergen erhebliche Risiken hinsichtlich Preisstabilität, Lieferketten und Konjunktur. Steigende Importkosten können die Inflation antreiben, während potenzielle Gegenmaßnahmen anderer Staaten das globale Wirtschaftswachstum bedrohen. Des Weiterenverstärkten geopolitische Spannungen – etwa mit dem Iran oder der Streit um Grönland – die Skepsis sowohl gegenüber der US-Politik als auch gegenüber US-Investments. Anleger und Notenbanken dürften in einem solchen Marktumfeld ihre Goldreserven wahrscheinlich weiter ausbauen, zumal nicht wenige Investoren die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed als gefährdet ansehen.
Trotz der Kursturbulenzen in den vergangenen Wochen kann man dem gelben Edelmetall ein hohes Maß an relativer Stärke attestieren, schließlich erzielte der Goldpreis im vergangenen Jahr eine Wertsteigerung um 66,5 Prozent (USD) bzw. 46,6 Prozent (EUR) und weist für das laufende Jahr erneut Zuwächse im Bereich von 19 Prozent aus.
Fazit: Mag sein, dass Geldanleger beim Kauf oder Halten von Gold in der aktuellen Marktphase ein robusteres Nervenkostüm als gewohnt benötigen. Da zahlreiche fundamentale Faktoren mehr denn je für den Vermögensschutz Gold sprechen, dürfte der Besitz von Gold weiterhin keine schlechte Idee sein.

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