Gold 2026: Rasante Rally und neue Rekorde
29. Januar 2026
Der Goldpreis setzt seine beeindruckende Rally 2026 fort: Seit Jahresbeginn kletterte das Edelmetall im Januar um rund 28 Prozent, getrieben von geopolitischen Unsicherheiten, schwachem Dollar und einer hohen Nachfrage nach sicheren Anlagen.
LBMA-Umfrage: 2026 mit weiterem Aufwärtspotenzial
Ein Blick auf die Umfrage „Precious Metals Forecast Survey 2026“ verdeutlicht den anhaltenden Optimismus am Markt. Die London Bullion Market Association befragte internationale Edelmetallexperten zu ihren Erwartungen für das kommende Jahr. Im Konsens erwarten die Analysten für 2026 einen durchschnittlichen Goldpreis von etwa 4.742 – rund 38 Prozent über dem Durchschnitt von 2025. Die Bandbreite der prognostizierten Jahrestiefs bzw. Jahreshochs ist jedoch enorm: Die Extremwerte reichen nämlich von 3.450 Dollar bis 7.150 Dollar.
Die optimistischste Einschätzung kam von Julia Du (ICBC Standard Bank), die einen Durchschnittspreis von etwa 6.050 Dollar prognostiziert und ein mögliches Jahreshoch bei 7.150 Dollar prognostiziert. Dies reflektiert ihre Erwartung, dass geopolitische Risiken und die institutionelle Goldnachfrage weiter steigen könnten. Auf der anderen Seite gab Robin Bhar (Robin Bhar Metals Consulting) mit einem Durchschnitt in Höhe von 4.000 Dollar die pessimistischste Prognose ab. In der Grafik (siehe Chart) sind die tatsächlichen und prognostizierten durchschnittlichen Goldpreise der LBMA-Umfragen seit dem Jahr 2010 aufgeführt.
Ergebnisse der LBMA-Umfrage seit 2010
Quelle: www.lbma.org.uk

Übrigens: Auch große Investmentbanken werden immer optimistischer und haben ihre Goldpreisprognosen im Januar nach oben revidiert: Goldman Sachs hob sein Goldpreis-Kursziel für 2006 auf 5.400 Dollar an, während die Deutsche Bank ihre vorherige Prognose auf 6.000 Dollar erhöht hat.
Trump – Unberechenbare Politik als Katalysator der Goldrally
Ein wesentlicher Preistreiber bleibt bei Gold aber vor allem die Politik von US-Präsident Donald Trump. Zahlreiche Drohungen bzw. Aktionen – etwa im Zusammenhang mit Grönland, Venezuela oder dem Iran – sowie Handelskonflikte und Zollandrohungen gegenüber anderen Staaten haben die Unsicherheit am Markt erhöht und den Fluchtreflex in Gold verstärkt. Diese Spannungen drückten den Dollar und forcierten zugleich die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.
Auch Trumps Einmischen in die Geldpolitik der Fed sowie seine vergleichsweise gelassene Haltung gegenüber einem schwächeren Dollar trugen zur Rally bei: Ein fallender Dollar macht Gold für internationale Anleger attraktiver und verstärkt die Kaufbereitschaft. Zugleich verunsichert er US-Investoren und stärkt damit auch deren Goldnachfrage.
Diese Kombination aus geopolitischen Risikofaktoren, Währungsdruck und struktureller Nachfrage erklärt, warum Gold nicht nur neue Rekorde erreicht hat, sondern auch von vielen Experten weiterhin als zentrale Krisenwährung gesehen wird.
Fazit: Gold muss man haben. Verkäufe sollten nur dann in Betracht gezogen werden, wenn Liquidität dringend benötigt wird oder ein sehr hoher Goldanteil im Portfolio Anlegern psychologisch zu große Sorgen bereitet. Kurzfristige Gewinnmitnahmen könnten sinnvoll sein – doch mittel- bis langfristig erscheint Gold weiterhin als einer der verlässlichsten Werte in einem immer unsicherer werdenden globalen Umfeld. Anleger sollten die Nachfrage der Zentralbanken und die geopolitischen Risiken als wichtigen Grund sehen, weiterhin Gold zu besitzen.

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